Geschichte Ebertsheims

Die Gemeinde Ebertsheim hat sich aus einem Haufendorf heraus entwickelt, das an der alten Römerstraße von Metz nach Worms in Bezug zur römischen Siedlung in Eisenberg entstand. Die erste urkundliche Erwähnung von Ebertsheim erfolgte 765 n. Chr. im Kodex des Klosters Lorsch als "Eberolfesheim", "Ibersheim", danach 1362 "Ebertsheim". Das Kloster Höningen besaß schon 1305 das Recht des Pfarrsatzes. Die ersten Ansiedlungen sind aber wesentlich älter wie Funde aus der Zeit um 500 v. Chr. und der römischen Epoche (um 100 n. Chr.) zeigen. Ebertsheim, ein Ort mit überwiegend ländlichem Charakter, gehörte zum Besitz der gräflichen Linie Leiningen-Westerburg. Die heutige protestantische Kirche stammt aus dem Jahr 1496, der Turm vermutlich noch aus dem 12. Jahrhundert.Neben dem Südportal ist eine spätgotische Sonnenuhr eingeritzt.

Rodenbach ist nur wenig später als Ebertsheim entstanden, ist ursprünglich aber eher ein Straßendorf gewesen( nach dem heutigen Ortsbild zu schließen). Rodenbach, wahrscheinlich von Bach des Rodo, wurde 770 n.Chr. im Lorscher Codex aufgeführt. Erheblicher königlicher Besitz wurde 976 von Kaiser Otto II seinem getreuen Giso oder Biso geschenkt. Das Dorf zählte auch zu den Stiftungsgütern des Wormser Domes. Im Rodenbach ist neben der im Ursprung wahrscheinlich auf das 9. Jahrhundert zurückführenden evangelischen Kirche besonders das im 14. Jahrhundert erbaute historische Rathaus mit seiner charakteristischen Freitreppe zu beachten. Es befindet sich mittlerweile in Privatbesitz. Vor einigen Jahren wurde es renoviert und beherbergt heute die Rathauskellerei Diemer.

Beide Orte waren - obwohl beides Bauerndörfer - durch die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Herrschaften - Ebertsheim war lange leiningisch, während Rodenbach bereits 1467 nach Graf Hessos Tod zur Kurpfalz kam - in ihrer Entwicklung getrennt. Über Rodenbach liegen keine näheren Aussagen zur Entwicklungsgeschichte vor. Für Ebertsheim sind zwei historische Karten vorhanden. Die Karte von 1735 zeigt, dass sich die damaligen Ansiedlungen südlich der heutigen L395 im Bereich der Hauptstraße bis zur heutigen Bahnlinie erstrecken. Der Eisbach durchzog in zwei Bachläufen das bebaute Gebiet. Ausgedehnte Wiesen und landwirtschaftliche Flächen umzogen die Gemeinde. Seinem Aufstieg verdankt Ebertsheim dem nach der Französischen Revolution beginnenden Abbau von vorwiegend Sandsteinen - in den noch heute sichtbaren Steinbrüchen - , der bis nach dem 1.Weltkrieg stattgefunden hat. Wassergasse und Neugasse entstanden mit dem Zuzug der Arbeiter. Die Hauptblütezeit von Ebertsheim ist etwa Mitte des 19.Jahrhunderts zu datieren. Erst danach entstand allmählich die Papierfabrik, die mit ihren großen Gebäuden und dem hohen Schornstein noch heute charakteristisch für den Ort ist. Vor dem 2. Weltkrieg war Ebertsheim durch sein umfangreiches Steinmetzhandwerk bekannt. Zeichen davon findet man heute noch im Gemeindewappen. 1937/38 wurden auf dem Grünstädter Berg bei Rodungsarbeiten Kelten- und Hunnengräber freigelegt. Diese wurden durch Konservatoren aus Speyer registriert und entfernt.

Im Jahr 1969 wurden beide Gemeinden im Zuge der rheinland-pfälzischen Gebietsreform zur Gemeinde Ebertsheim zusammengelegt, der Name von Rodenbach war "verschwunden". Mit Schreiben vom 19.07.2006 wurde vom Kreis Bad Dürkheim  nach jahrelangem Kampf und nachdem der Doppelnamen Ebertsheim-Rodenbach abgelehnt wurde, verfügt, daß Rodenbach offiziell Ortsteil von Ebertsheim wird. Im März 2007 erfolgte die erstmalige Wahl eines Ortsvorstehers für den Ortsteil Rodenbach, es wurde als erster Ortsvorsteher gewählt: Hans Richard Lohr (CDU).