Die Ewerdsummer Gruwe

Die Gemeinde Ebertsheim im Eisbachtal hat eine lange Geschichte; die fränkische Siedlung „Eberolfsheim“ = Heim des Eberolf, wurde 765 erstmals im Lorscher Kodex erwähnt. Die ersten Ansiedlungen sind aber wesentlich älter wie die Funde aus der Zeit um 500 v.Chr. und der römischen Epoche um 100 n.Chr. zeigen. Auch die Sandsteintradition ist schon sehr alt, und im Gemeindewappen dokumentiert, das auf Grundlage des Gerichtssiegels von 1743 im Jahr 1926 genehmigt wurde:
Eine wichtige Erwerbsquelle für den Ort war jahrzehntelang der Abbau von Sandsteinen. In welchem Jahr die ersten Sandsteine gebrochen wurden ist nicht exakt überliefert. Es ist jedoch davon auszugehen, dass bereits die Römer für den Siedlungsbau in Eisenberg Sandsteine aus dem Grubengebiet verwendet haben.
Es ist belegt, dass Steine aus den Ebertsheimer Steinbrüchen auch beim Bau der Wormser Dreifaltigkeitskirche welcher 1710 begonnen wurde, Verwendung fanden.
In der Flurkarte der Gemeinde Ebertsheim von 1735 sind die „Staingrüben“ an der Seltenbach aufgezeigt..

Der berühmte Maler Johann Adam Schlesinger wurde im Jahr 1759 als Sohn des Steinhauers Johann Schlesinger und seiner Ehefrau Carolina, geb. Trübenbach (Tochter des Malers Johann Trübenbach) in Ebertsheim geboren, wo er auch aufwuchs.

 

Ein Bild von ihm, Martin Luther mit einem Schwan, ist in der evangelischen Stephankirche in Ebertsheim zu bewundern.
In der Hochzeit des Sandsteinabbaues im 18. und 19.Jahrhundert waren bis zu 7 Sandsteinbrüche in Betrieb. Viele Steinmetze kamen von außerhalb und siedelten sich in Ebertsheim an. Bis zur Blütezeit der Papierfabrik (gegründet 1861) waren die Sandsteinbrüche der Haupterwerb für viele Ebertsheimer. Das Arbeiten mit dem Sandstein war Jahrhunderte lang ein wichtiger Broterwerb für die Bürger und die Berufe Steinbrecher, Steinhauer und Steinmetze haben auch das damalige Ortsbild geprägt. So ist dokumentiert, dass der Großvater von Wolfgang Maurer (Besitzer des Hotels „Wolf´s Revier), 1870 eine Ausschankkonzession erhielt mit der Begründung, dass 100 Arbeiter, welche in den Steinbrüchen beschäftigt waren, sich dort stärken konnten.
Nach dem zweiten Weltkrieg, berichtet Herr Hans Gauch, ein Nachkomme der Steinbildhauerfamilie Gauch, waren noch 4 Steinmetze in deren Steinbruch beschäftigt der bis 1948 noch voll in Betrieb war.
Nachdem der Bruch der Sandsteine zu aufwendig wurde und auch der Bedarf zurückging wurde 1950 der letzte Steinbruch geschlossen.
In den Jahren 1977, 1980 und 1996 kaufte der Natur- und Vogelschutzverein Gelände in dem ehemaligen Steingrubengebiet auf um zu erreichen, dass sich in dem Gelände am Rande des Naturparks Pfälzer Wald ein Paradies für unsere heimische Vogelwelt entwickelt konnte(Bild eines Steinbruchs). Von dem Freund des Natur- und Vogelschutzvereines dem bekannten Ornithologen Franz Stalla aus Ludwigshafen wird die Besonderheit dieser erhaltenswerten Natur bestätigt. Herr Stalla führt seit über 45 Jahren Naturfreund am 1. Mai bei einer Vogelexkursion durch das Grubengebiet. Der kauf des Geländes durch den Natur- und Vogelschutzverein legte den Grundstein diesen Naturschatz für die Zukunft zu erhalten wofür den Verantwortlichen des Vereines der Dank der Gemeinde gebührt.

(Klaus Linska-Veröffentlicht im Jahrbuch des Landkreises Bad Dürkheim 2007)